Hockenheimring/Baden-Württemberg: Nach einem Jahr harter Arbeit belohnte sich der 19-jährige Gorxheimthaler Louis Schütze am vergangenen Wochenende, vom 22. bis 24. Oktober 2026, mit dem neunten Platz im Finale des DMV BMW 318ti Cup auf dem Hockenheimring. Es war sein persönlicher Durchbruch im Automobilsport. „Zu Beginn der Saison war es mein Ziel, unter die besten Zehn zu fahren. Und ich habe an jedem einzelnen Rennwochenende daran gearbeitet. Ob beim Saisonauftakt auf dem Hockenheimring oder in Oschersleben, Zolder, am Nürburgring oder auf dem Lausitzring. Ich war mehrmals ganz nah dran. Beim Finale habe ich mir diesen Traum endlich erfüllt. Mit dem Ergebnis kann ich beruhigt in die Winterpause gehen“, sagte der Youngster.
Doch der Reihe nach. Das freie Training am Donnerstag, in dem Schütze Platz elf belegte, ließ auf ein starkes Wochenende hoffen. Erst mit dem Zeittraining am Freitag war dem 19-Jährigen klar, dass es auch an diesem Wochenende keine einfache Angelegenheit werden würde. Platz 15 im Zeittraining entsprach nicht den Vorstellungen des Piloten vom MDM Racing Team. „Die Bedingungen im Zeittraining haben mich überrascht. Plötzlich gab es deutlich weniger Grip auf der Strecke. Insgesamt waren alle 40 Teilnehmer langsamer als noch im freien Training. Auch die Rundenzeiten lagen auf einmal viel enger zusammen. Hinzu kam der starke Wind an diesem Tag, der ebenfalls eine große Rolle spielte“, berichtete der BMW-Pilot.
Im ersten Rennen am Samstag zahlte sich die harte Arbeit der Saison dann aus. Kurz nach dem Start fiel Schütze mit der Startnummer 11 zwar zeitweise auf Platz 18 zurück, doch nach einer starken Aufholjagd kam er als Elfter über die Ziellinie. „Ich hatte auf der Strecke einige starke Zweikämpfe mit meinen Mitbewerbern. Dabei habe ich leider viel Zeit verloren. Zeit, die mir am Ende des Rennen für weiter Plätze unter den besten Zehn fehlte. Trotzdem bin ich mit Platz elf voll zufrieden“, sagte Schütze nach dem Rennen.
Umso größer war die Freude im Team, als Schütze im zweiten Rennen als Neunter die Ziellinie überquerte. Aus dem Cockpit schilderte er den Lauf so: „Ich habe gekämpft und wollte unbedingt unter die besten Zehn kommen. Als ich plötzlich bemerkte, dass sich mein BMW an der Hinterachse komisch verhielt, wusste ich: Das bedeutet nichts Gutes. Im Nachhinein bestätigte sich mein Gefühl, die Achse war gebrochen. Als das Rennen mit roter Flagge abgebrochen wurde, dachte ich nur: Einen besseren Zeitpunkt hätte es nicht geben können.“
Nun waren die Mechaniker gefragt: Die Achse musste ausgebaut und repariert wieder eingesetzt werden. Denn sein Partner Volker Weidler hatte den Youngster eingeladen, am Sonntag gemeinsam beim 1000-Kilometer-Rennen an den Start zu gehen. „Das war ein ganz besonderer Moment für mich. Ich habe mich sehr geehrt gefühlt. 1000 Kilometer in einem sieben-Stunden-Rennen half mir weitere wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Und ich finde das haben wir sehr gut gemacht. Immerhin mussten wir vom letzten Platz aus ins Rennen gehen. Während des Zeittrainings war mein Team mit der Reparatur der Hinterachse beschäftigt. Platz vier im Dauerregen. Was für eine fantastische Saison“.
Louis Schütze beendete sein Debütjahr im BMW 318ti Cup mit Platz neun im letzten Lauf. In der Juniorwertung erreichte er den fünften Gesamtrang. In der Meisterschaft erreichte er den Gesamt 10. Platz und Platz acht in der Juniorwertung.
Sein Fazit zur Debütsaison 2026 fällt positiv aus: „Manchmal läuft es nicht, manchmal läuft es gut. Das ist Motorsport. Auf diese Höhen und Tiefen habe ich mich in meinen Jahren im Kartsport vorbereitet. Hier, in meinem Wohnzimmer, ich wohne nur wenige Minuten vom Hockenheimring entfernt, hat die Saison begonnen und hier habe ich sie auch beendet. Besonders stolz macht mich die Zusammenarbeit mit meinem Team. Es hat mir sein Vertrauen geschenkt, und im Laufe des Jahres sind wir immer stärker zusammengewachsen. Es war eine großartige Zusammenarbeit. Auch auf meine eigene Leistung bin ich stolz. Ich konnte mich von Rennen zu Rennen steigern und habe das in mich gesetzte Vertrauen nicht enttäuscht.“



