Zolder/Belgien: Am vergangenen Wochenende vom 10. bis 12. Juli 2026 stand für den 19-jährigen Louis Schütze aus dem Gorxheimertal der nächste „weiße Fleck“ in seiner noch jungen Motorsportkarriere auf dem Programm. Der DMV BMW 318ti Cup gastierte auf dem traditionsreichen Circuit Zolder in Belgien. Die 3,977 Kilometer lange Strecke war für den jungen Hessen absolutes Neuland.
Doch was erwartet einen Rennfahrer eigentlich, wenn er zum ersten Mal auf einer Rennstrecke unterwegs ist?
„Das ist eigentlich ganz einfach: Am besten erwartet man erst einmal gar nichts. Wenn du das Streckenlayout bereits aus Videos und dem Simulator kennst, ist das schon die halbe Miete. Danach gilt es, sich Stück für Stück an das Limit heranzutasten und zu hoffen, dass es am Ende für eine gute Rundenzeit reicht“, erklärte Schütze mit einem Lächeln.
Bereits die freien Trainings am Freitag machten Hoffnung auf ein erfolgreiches Wochenende. Mit Platz elf verpasste der BMW-Pilot die Top Ten nur denkbar knapp und unterstrich damit eindrucksvoll sein Potenzial auf der für ihn unbekannten Strecke. Entsprechend optimistisch blickten Schütze und sein Team MDM dem anschließenden Qualifying entgegen.
Diese Zuversicht sollte sich bestätigen: Mit Startplatz zwölf konnte Schütze seine starke Trainingsleistung nahezu eins zu eins in das Zeittraining übertragen und sich im stark besetzten Feld von 32 Fahrzeugen hervorragend positionieren.
„Da geht im Rennen definitiv etwas“, zeigte sich der Nachwuchsfahrer unmittelbar nach dem Qualifying voller Vorfreude.
Das erste Rennen am Samstag verlief allerdings nicht ganz nach Wunsch. Schütze fand zunächst nicht zu dem Rhythmus zurück, den er noch im Qualifying gezeigt hatte. Zusätzlich wurde sein Rennen durch eine Kollision mit einem Konkurrenten erheblich beeinträchtigt. Durch die Berührung wurde die Karosserie beschädigt, sodass ein Reifen daran schliff und der BMW 318ti zu einer außerplanmäßigen Boxenfahrt gezwungen war.
Trotz des Rückschlags bewies Schütze einmal mehr sein großes Kämpferherz. Nach dem notwendigen Reifenwechsel kämpfte er sich zurück ins Rennen und brachte seinen BMW schließlich auf Position 20 ins Ziel.
Der Sonntag entwickelte sich anschließend deutlich positiver. Konstante Rundenzeiten und eine verbesserte Fahrzeugbalance sorgten dafür, dass Schütze wieder an die Leistungen vom Freitag und Samstagmorgen anknüpfen konnte.
„Dafür, dass das Samstagsrennen unter keinem guten Stern stand, kann ich mit Platz 15 am Sonntag sehr zufrieden sein. Immerhin gab es am Sonntag kein weiteres Zeittraining, das mir die Möglichkeit gegeben hätte, mich noch einmal richtig warmzufahren. Die Änderungen, die wir am Auto vorgenommen haben, machten sich aber definitiv positiv bemerkbar“, erklärte der Youngster vom Team MDM nach dem Rennen.
Dass noch weiteres Potenzial vorhanden ist, steht für den 19-Jährigen außer Frage. Dennoch überwog nach dem Wochenende die Zufriedenheit mit der gezeigten Leistung und der erneut steilen Lernkurve auf einer unbekannten Rennstrecke.
„Unterm Strich sind wir mit dem Wochenende sehr zufrieden“, zog Schütze ein positives Fazit.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt dem jungen Hessen allerdings nicht. Die nächste Station im Rennkalender wartet bereits vom 25. bis 27. September auf dem Lausitzring in Brandenburg. Auch dort betritt Louis Schütze erneut Neuland, denn der Lausitzring gehört bislang zu den wenigen Strecken, auf denen der Nachwuchsfahrer noch keine Rennerfahrung sammeln konnte.



