26. September 2018 - Pressemitteilung
Schwieriges Wochenende für Simon Reicher

 

Mit großen Erwartungen an einen der beliebten Top-Ten-Plätze ging es für den Kirchberger Simon Reicher in die Saison der ADAC TCR Germany 2018. Am letzten Wochenende (21.–23.09.) fand das große Finale der Saison 2018 auf dem baden-württembergischen Hockenheimring statt. Und so ging es an diesem siebten Wochenende für den 18-Jährigen noch einmal zur Sache. Konnte er seine selbst gesteckten Ziele in 2018 erreichen? „Ich mag den Hockenheimring sehr und war hier schon einige Male zum Testen. Das Ergebnis blieb jedoch weit hinter meinen Erwartungen“, so der Kirchberger.

Bereits in den ersten beiden freien Trainings am Freitag stellte sich recht schnell die eigentliche Größe seiner Herausforderung für dieses Wochenende dar. Mit Platz 13 und sieben sollte es für eine Top-Ten-Platzierung im Zeittraining für den Youngster gut ausgehen. Doch das Zeittraining überraschte den Kirchberger mit einer großen Portion Regen. Ein Streckenzustand, den der junge Österreicher in seinem – wie er sagt – ersten TCR-Lernjahr noch nicht kennenlernte. So musste sich der Audi RS3 mit der Startnummer 54 auf Platz 16 des Klassements einreihen.

„Wir haben es bis jetzt an jedem Wochenende auf die Reihe gebracht, für die entsprechende Rennstrecke das perfekte Set-up des Autos zu finden. Alles lief nach Plan. Wir hatten eine wirklich gute Ausgangsposition für das Zeittraining gehabt. Wir hätten locker unter die besten zehn fahren können. Auf Platz sechs begann es zu regnen und der Funk ist ausgefallen. Somit kam ich zwei Runden zu spät in die Box, um mir neue Regenreifen zu holen. Kaum hatte ich sie montiert bekommen, kamen rote Flaggen raus. Sehr ärgerlich, aber da kann man leider nichts machen“, berichtet der Schüler der 9. Klasse des Werkschulheims Felberthal.

Dennoch ging der YACO-Racing-Pilot mit einer großer Portion Zuversicht, sein Ziel in dieser Saison zu erreichen, von Platz 16 ins erste Rennen am Samstag. Was dann passierte, nachdem er nach wenigen Runden auf Platz zehn liegend ausfiel, beschreibt Simon Reicher so: „Plötzlich stand auf der Geraden das Lenkrad schief. Ich hatte auf dem vorderen rechten Reifen Vorspur. Der Reifen zeigte quasi vorne nach innen, wie ein Schneepflug. Das verschlechterte sich dann immer mehr, sodass ich die Box ansteuern musste.“

Über Nacht nahmen dann unter Zuhilfenahme von Audi und weiteren Mechanikern anderer Teams sein Mechaniker und Ingenieure die gesamte Vorderachse des Audi RS3 auseinander. Keine Schraube, kein Bauteil, das sie nicht bis ins kleinste Detail unter die Lupe nahmen. Ein Fehler konnte jedoch nicht ausgemacht werden. Und so blieb die Frage für das zweite Rennen am Sonntag, ob sich der Fehler ein zweites Mal zeigen würde. „Ich bin super gestartet, bin klasse weggekommen, bin der ein oder anderen Kollision aus dem Weg gegangen und war guter Dinge, dass wir es diesmal packen werden. Doch dann tauchte wieder das gleiche Problem auf. Diesmal war die Vorspur jedoch nicht ganz so schlimm, sodass ich das Rennen zu Ende fahren konnte. Dennoch konnte ich selbst mit den langsamsten Piloten nicht mehr mithalten. Letzter zu werden ist kein schönes Gefühl“, erklärte der sympathische YACO Racing Pilot.

Doch bei allen Rückschlägen, die Simon Reicher in dieser Saison erfahren musste, erreichte er mit Platz zehn im Gesamtklassement sein selbst gestecktes Saisonziel. Am Sachsenring nach einem kleinen Saisonrückblick gefragt, wollte er uns diese Frage erst nach dem Saisonfinale am Hockenheimring beantworten. „Leider hat die Saison kein gutes Ende für mich genommen. Das ärgert mich sehr, da ich mich auf Hockenheim sehr gefreut habe. Ich bin zwar im letzten Jahr bereits in der ADAC TCFR Germany an den Start gegangen, hatte aber keine Lernkurve aufgrund interner Strukturen mitnehmen können. Mein Lernjahr begann also erst in 2018. Egal welche Rückschläge ich technischer Natur verkraften musste, finde ich meine Leistung in diesem Jahr gar nicht mal so schlecht. Ich musste ja vieles aufholen, was meine Mitbewerber bereits letztes Jahr an Erfahrung sammeln konnten. Wenn wir keine technischen Defekte hatten, zählten wir immer zu den Schnellsten, zu den besten zehn. Nicht selten, dass ich unsere Startnummer 54 auf P1 in den Listen entdecken konnte. Alleine das finde ich großartig. Wir haben immer bewiesen, mit uns muss man rechnen. Doch leider hatten wir in dieser Saison zu viele technische Defekte. Das kann man sich in einer so stark umkämpften Serie nicht erlauben. Dennoch habe ich wieder wahnsinnig viel dazugelernt. Schade, dass die Saison schon zu Ende ist. Da würde ich mich gerne in einer Zeitschleife befinden. Aber bereits die Rolling Stones haben es schon gesungen – „You can´t always get what you want“. Jetzt schauen wir mal, was die Zukunft bringt. Die beginnt bereits in zwei Wochen. Wir loten gerade alle Möglichkeiten aus, werden den ein oder anderen Test noch in diesem Jahr bestreiten und werden dann sicherlich in 2019 wieder gut aufgestellt sein“, erklärte uns ein junger Mann, der gerade auf der Suche nach seinem Weg ist.

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1984 gründete Heinz Franzen (Alfano Germany) die Motorsport-Fotoagentur kartnet.de. Nach 28 Jahren übernahm 2012 der Berliner Pressefotograf Michael Schulz die Fotoagentur, der bereits seit 2005 als Motorsport-Fotograf arbeitete. Michael Schulz, der bis dahin viele Größen in den Bereichen Sport, Politik und Kultur wie die Dallas Mavericks, Alba Berlin, Angela Merkel, Sigmar Gabriel, Nena, Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen fotografiert hatte, entdeckte seine Leidenschaft zum Motorsport im Jahr 1995.

Den Motorsport-Virus fing sich der damals 33-Jährige auf der Kartbahn von Niedergörsdorf „Altes Lager“ bei Jüterbog ein. Auch nach vielen Jahren des Selbstfahrens und der Aufgabe als Mechaniker in Werkteams hat ihn die Faszination am Motorsport nie losgelassen. Diese Leidenschaft, gepaart mit der Leidenschaft zur Fotografie, ist bis heute geblieben – und wächst von Jahr zu Jahr.

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